Die Idee klang verlockend: Valve wollte mit der Neuauflage der Steam Machine die Brücke zwischen der unkomplizierten Konsolenwelt und der grenzenlosen Freiheit des PC-Gamings schlagen. Vor allem sollte das System ein erschwingliches Sprungbrett für Gamer sein, die den Schritt auf den PC wagen wollen, ohne direkt einen Desktop-Rechner selbst zusammenbauen zu müssen. Doch diese Vision hat nun einen herben Dämpfer erhalten – und Valve gibt offen zu, dass die Kalkulationen nicht aufgegangen sind.
Gestiegene Produktionskosten durchkreuzen Valves Budget-Pläne
In einem ausführlichen Gespräch mit Rock Paper Shotgun legte Valve-Ingenieur Yazan Aldehayyat die Karten auf den Tisch. Eigentlich war das Ziel fest verankert, die Einstiegshürde so niedrig wie möglich zu halten. Die Realität der globalen Lieferketten und Beschaffungsmärkte hat dem Vorhaben jedoch einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Explodierende Kosten bei den Hardware-Komponenten, der industriellen Fertigung sowie logistische Hürden beim globalen Vertrieb trieben den Endkundenpreis massiv in die Höhe.
Das Ergebnis: Die kleinste Ausstattungsvariante der neuen Steam Machine (mit 512 GB Speicher) schlägt mit stolzen 1.049 US-Dollar zu Buche. Damit bewegt sich das Gerät in Preisregionen, die weit über dem liegen, was Sony für die PlayStation 5 Pro oder Microsoft für die Xbox Series X aufruft.
Ein Blick auf den Hardware-Markt: Keine Besserung in Sicht
Auch der bekannte Valve-Designer Lawrence Yang unterstrich die anhaltenden Probleme der gesamten Hardware-Industrie. Die Knappheit und das konstant hohe Preisniveau kritischer Bauteile – von spezialisierten Halbleitern bis hin zu kompakten Kühllösungen – belasten derzeit den gesamten Markt.
Valve hätte das System gerne zu einem deutlich aggressiveren Preis angeboten, um nach dem Erfolg des mobilen Steam Decks auch das Wohnzimmer im Sturm zu erobern. Auf die Frage, ob Gamer in naher Zukunft mit Preissenkungen rechnen können, gab sich das Unternehmen extrem verhalten. Angesichts der unberechenbaren Dynamik auf den Halbleitermärkten wolle man keine Versprechungen machen, die sich später nicht halten lassen.
Technische Einordnung: Für wen lohnt sich die Steam Machine jetzt noch?
Durch den Basispreis von über 1.000 Dollar rutscht die Steam Machine von der Kategorie „Massenmarkt-Konsole“ schlagartig in das Segment für „Enthusiasten-Hardware“.
Für den klassischen Konsolenspieler ist der Preis schlicht zu hoch, zumal im Einstiegspreis von 1.049 Dollar noch nicht einmal ein Controller enthalten ist. Auf der anderen Seite müssen sich die verbauten Komponenten an einem echten Custom-Gaming-PC messen lassen. Wer über das nötige Know-how verfügt, baut sich für dieses Budget oft ein System mit dedizierter Grafikkarte auf, das in Sachen Upgrade-Fähigkeit und Rohleistung überlegen ist.
Ihre Daseinsberechtigung behält die Steam Machine vor allem für Nutzer, die den extrem kompakten Formfaktor, das optimierte SteamOS-Betriebssystem und ein echtes „Console-like“-Erlebnis für den Fernseher suchen, ohne auf ihre Steam-Bibliothek verzichten zu wollen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob dieser Nischenmarkt groß genug ist, um das System langfristig zu tragen.





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